Olympiade für deutsch-türkische Verständigung
Glanzstücke des deutschsprachigen Kulturguts erklangen am Sonntag in der Kongresshalle - im Rahmen eines außergewöhnlichen Wettbewerbs. Denn auf der Bühne standen Kinder und Jugendliche mit türkischen Wurzeln, die unter Beobachtung einer Jury Werke von Goethe, Schiller, Beethoven und Bach vortrugen.
»Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind«, trug ein Junge den »Erlkönig« vor, ein Mädchenchor intonierte die »Ode an die Freude«. Im Publikum lauschten derweil knapp 1000 Menschen überwiegend türkischer Abstammung. Sie wohnten dem Hessen-Finale der Deutsch-Türkischen Kulturolympiade bei. Der Wettbewerb soll Mitbürgern türkischer Herkunft Werke deutschen Lied- und Gedichtguts näherbringen und gleichzeitig die Verbesserung der Sprachfähigkeit fördern sowie zur Integration beitragen.
»Horch, was kommt von draußen rein«, sang Beyza Yildirim aus Frankfurt als erste von 19 Teilnehmern - und zauberte ein Lächeln in die Gesichter der Zuhörer. Anschließend trug die zehnjährige Hüdanur Avci das Gedicht »Es muss doch Frühling werden« von Emanuel Geibel vor. Und als sie den Titel des Poems und den darin enthaltenen Wunsch nach »sonnigem Himmel« und »grünender Erde« mit Nachdruck ins Türkische übersetzte, lachte das Publikum laut auf. Mit Beifall bedachten die Zuhörer ebenfalls einen Mädchenchor aus Frankfurt, der die »Ode an die Freude« anstimmte. Eine Gruppe von Jugendlichen aus Offenbach hatte ein Theaterstück vorbereitet, in dem sie den Sinn des Ashura-Festes vorstellten: nämlich den Zusammenhalt der Menschheit zu stärken. Mit Mustafa Soylu, Beyza Türker sowie dem Deutschen Nico Weber, der ein türkisches Gedicht vortrug, waren auch drei Gießener vertreten. Die Gewinner - darunter auch die heimischen Kandidaten Weber und Türker - werden am 20. März am Bundesentscheid in Stuttgart teilnehmen.
Im Publikum saßen auch der Generalkonsul des türkischen Konsulats in Frankfurt, Ilhan Saygili, sowie drei aus Ankara angereiste Abgeordnete des türkischen Parlaments. In einer kurzen Ansprache würdigte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz den Wettbewerb, die jungen Teilnehmer seien »Botschafter für die Verständigung der Menschen untereinander«. Organisiert hatten den Wettbewerb der in Wetzlar ansässige gemeinnützige Bildungsverein »Optimum - Gießener Lernkreis« und der Verein »Academy«.
Quelle: Gießener-Allgemeine.de






